Bewusstseinsstörungen und energetisches Heilen

Interview mit Rosalyn Bruyere

Interviewerin: Sheila Joshi
US-amerikanische klinische Psychologin, die sich von einem schweren Nervenleiden erholt,
das durch verschreibungspflichtige Antidepressiva ausgelöst wurde

Erschienen in: ''Neuroscience and Psi'' [''Neurowissenschaft und Psi''] 

http://neuroscienceandpsi.blogspot.de/2012/06/interview-with-rosalyn-bruyere.html
Erscheinungsdatum: Montag, 25. Juni 2012

Die Autobiografien von Heilern und die Zeit, die man mit neurologischen Ausfall­erscheinungen und Rehabilitationsmaßnahmen verbringt, haben in mir den Ein­druck erweckt, dass es schwieriger ist, eine wirksame Energieübertragung bei Be­wusstseinsstörungen auszuführen als bei beliebigen anderen gesundheitlichen Be­schwerden. Vor kurzem habe ich die renommierte Energieheilerin Rosalyn Bruyere gebeten, sich zu dieser Thematik zu äußern.

Im vorliegenden Aufsatz benutzen wir den Begriff “energetisches Heilen” in einem weitläufigen Rahmen, um ein breites Spektrum von Heilmethoden einzubeziehen:  elektromagnetische Ströme, andersartige Energien, Bewusstsein, Erkenntnisse oder weitere noch nicht identifizierte Mechanismen beinhalten.

Frau Dr. theol. Rosalyn Bruyere ist die Autorin des Buchs Das Geheimnis der Cha­kras. Unsere Licht- und Energiezentren [engl. ‚Die Räder des Lichts’]. Es bietet die gründlichste und präziseste Erklärung zu Chakras und Auras, die ich jemals gelesen habe. Sie ist Elektroingeneurin, Heilerin, Hellsichtige und ordinierte Pastorin, die von Heilern aus verschiedenen Traditionen und Kulturen ausgebildet worden ist. Seit mehreren Jahrzehnten ist sie als Energieheilerin und Seminarleiterin aktiv im Einsatz gewesen.

In einem Interview, das Reverend Bruyere im August 2011 mit der Bloggerin und Energieheilerin Adele Wang geführt hat, gab sie an, dass sich viele Heiler mit neu­rologisch bedingten Bewusstseinsstörungen schwertun. Sie selbst hatte eine Lern­leistung vollzogen, um kontinuierlich größere Erfolge mit neurologischen Erkran­kungen zu erzielen: “Ich denke, es ist wirklich wichtig für Heiler, sich zu verge­genwärtigen, was sie gern machen und zu welchen Aufgaben sie sich verpflichtet fühlen. Ich behandle gern Krebspatienten – das war schon immer so bei mir. Eine Reihe von neurologischen Leiden habe ich stets als etwas schwierig empfunden. Als junge Frau wurde ich allerdings von 80-jährigen Lehrern ausgebildet, die im­mer wieder darauf hinwiesen, dass Geistheilen bei Nervenleiden nicht viel aus­richten könne. Im Lauf der Jahre habe ich immer öfter Klienten mit neurologischen Ausfallerscheinungen und Störungen des Gehirns behandelt. Inzwischen verstehe ich, weshalb Geistheiler herkömmlich nicht sonderlich erfolgreich damit umgehen konnten. Es liegt daran, dass das Kraftvolumen ihres eigenen Nervensystems er­schöpft werden kann, weil sie außerstande sind, ihre eigene Koordination aufrecht­zuerhalten. Mithilfe von ausgiebigem Körpertraining habe ich gelernt, wie ich ein hohes Maß an Energie aufrechterhalten kann. Es versetzt mich in die Lage, einige Bewusstseinsstörungen erfolgreicher als andere Heiler zu behandeln. Weil ich mich entsprechend trainiert habe.”

Freundlicherweise willigte Reverend Bruyere letzte Woche ein, ein Telefoninter­view mit mir zu führen. Ziel war es, mehr darüber zu erfahren, wie Energieheiler die Herausforderung von neurologischen Ausfallerscheinungen meistern können. Bruyeres Antworten werden mit ihrer Zustimmung teilweise zusammenfassend beziehungsweise nicht wortwörtlich wiedergegeben.

Wodurch wurde es für Sie möglich, Fälle von Bewusstseinsstörungen immer erfolgreicher zu behandeln?

Vorausgeschickt sei, Bruyere ist es stets leicht gefallen, Nervenleiden zu behan­deln, die von chemischen Medikamenten ausgelöst worden sind. Der Unterschied zwischen dieser Form von Nervenschädigung und anderen neurologischen Be­schwerden ist, dass bei Nervenleiden, die von  Chemo-Therapeutika induziert wur­den, “keine Störung, sondern lediglich eine Verschmutzung vorliegt”. Anders aus­gedrückt, es handelt sich um ein weniger stark eingewurzeltes Energiemuster. Schlecht verarbeitete Einpassungen traten hier auch nicht lang anhaltend gehäuft auf.

Bruyere sprach von ihrer Entdeckung, wie wertvoll es ist, ihr eigenes Nervensy­stem ständig zu verbessern. Sie stemmt Gewichte – allerdings gezielt, um ihr Ner­vensystem anzuregen, nicht nur Körperkraft aufzubauen. Anders ausgedrückt, sie legt Wert darauf, ihre Koordination, ihr Gleichgewicht und das Zusammenwirken ihrer beiden Gehirnhälften zu verbessern. Aus demselben Grund besucht sie ebenfalls einen Steptanzkurs teil.

Ihre gesteigerte Heilfähigkeit schreibt sie auch einer Reihe von spirituellen Erleb­nissen zu, die persönlicher Natur seien. Ich erwähne dies aufgrund des wissen­schaftlichen Verfahrens – beim Studium des vorliegenden Rätsels gilt es zu beden­ken, dass Eindrücke dieser Art Veränderungen im Leben eines Energieheilers auslösen können.

Des Weiteren hatte sie zu einem bestimmten Zeitpunkt eine durchschlagende Er­kenntnis, die ihre Arbeit nachhaltig beeinflusste. Sie erkannte, dass wir, indem wir das Nervensystem als elektrische Verkabelung betrachteten, eine falsche Vorstel­lung gehegt haben. Wenn sich der elektrische Strom innerhalb eines Kupferkabels ausbreitet, reist er durch das Kabel beziehungsweise den Innenraum des Kabels. Freie Elektronen bewegen sich von einem Kupferatom zum nächsten.

Im Nervensystem allerdings, so sagt sie, reist ein Signal entlang der Außenseite eines Nervs. Das ist das “Aktionspotential”. Elektrisch geladene Natrium- und Ka­lium-Ionen wechseln ihren Standort auf dem Weg durch die Membran der Nerven­zelle, und leiten einen elektrischen Impuls entlang der Außenschicht weiter. Sie sagte, “es ist vergleichbar mit einem umgewendeten Kabel. Das Signal reist außer­halb, nicht innerhalb der Nervenzellen.”

Nach Bruyere bedeutet das, dass die Energie einer Bewusstseinsstörung auf den Patienten “einprasselt” und er “sie mittragen” muss. Bei den meisten Krankheiten und Beschwerden muss ein Heiler dem Körper Energie zuführen. Das Ener­giemuster eines Nervenleidens erfordert jedoch, dass der Heiler auf den Grund der Energiequelle ge­ht und zum Patienten “zurückkehrt”.

Eine weitere Ausnahme der allgemeinen Regel, dem erkrankten Körper Energie zuzuführen, besteht bei Schmerzen und Entzündungen. In diesen Fällen “zieht” man Energie aus dem Körper heraus, um die Symptome zu mildern. Der Vorgang des Energie-Abziehens unterscheidet sich jedoch von dem, sich hinter eine Energie zu begeben und sie zu regulieren, indem man sich mit ihr bewegt und dann wieder bei sich landet.

Dysautonomie (Dysregulation des autonomen Nervensystems)

Im Fall eines systemischen Nervenleidens wie Dysautonomie, die nach dem Ab-setzen der Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) auftritt und keine Hirnverletzung oder großflächige Gewebeschädigungen vor­weist, geht Bruyere beispielsweise ins Gehirn und stimmt es wieder ein. Dabei er­zeugt sie eine Art von “Gezeitenströmung”, die so ähnlich ist wie die Bewegungs­ströme in der Kraniosakraltherapie. Sie baut einen dauerhaften ein- und ausatmen­den Rhythmus auf und behält ihn bei. Sie bringt ihren Körperrhythmus in Übereinstim­mung mit dem des Klienten, wobei sie als “Alphaaura” wirkt beziehungsweise die Leitfrequenz verkörpert.

In meinem Krankheitsfall, Dysautonomie aufgrund der Einnahme von SSRI, schlägt sie vor, an die Spitze des Hirnstamms zu gehen und festzustellen, welche Frequenz dort vor­handen ist und anschließend zu versuchen, sie neu zu regulieren.

Sie kennt sich mit der Krankheit Dysautonomie aus, da sie mehr als einmal damit zu tun hatte. Zuerst war sie betroffen von einer monatelang anhaltenden Folgeerkrankung aufgrund einer Gehirnerschütterung. In einem anderen Fall trat sie auf, als sie unter Heiler-Burnout litt, weil sie während der Heilbehandlungen zuviel Energie gegeben und aufgenommen hatte. Um sich wie­der auf Vordermann zu bringen, brauchte sie die Unterstützung von Berufskollegen.

Was, wenn überhaupt, ist Ihrer eigenen Erfahrung nach anders, wenn Sie Klienten mit neurologischen Schäden oder Störungen behandeln im Vergleich zu Klienten ohne neurologische Beschwerden?

Bruyere antwortete, dass es einen fühlbaren Unterschied gibt. Sie spürt in ihrem Inneren, dass Nervenheilbehandlungen deutlich mehr Elektrizität freisetzen. Es summt heftiger in ihr, die Ladung ist intensiver. Ihre Hände vibrieren stärker. Sie hatte auch deutlichere Sinneswahrnehmungen – ein verbessertes Sehvermögen und ein feineres Schmecken, usw. Kurz gesagt, ihr Nervensystem ist stärker erregt.

Weshalb sprechen Nervenleiden weniger gut auf energetische Heilbehandlungen an als andere Erkrankungen?

Bruyere antwortete, dass das Nervensystem sehr widersinnig erscheint und sich am meisten von den anderen Körpersystemen abhebt. “Es hält Teile zusammen, die sonst überhaupt nicht miteinander kommunizieren könnten.”

Was empfiehlt Bruyere Heilern, die Nervenleiden behandeln?

Wenn Sie Bewusstseinsstörungen behandeln, müssen Sie ein nachhaltigeres, fein­stofflicheres Verständnis für die Energiesignale aufbringen, die Sie von Ihrem Klienten empfangen. Die Behandlung von Neuropathien bedingt die Fähigkeit des Energieheilers, mehr als eine Sache gleichzeitig zu tun. Sie verlangt auch ein höheres Maß an erwachtem Bewusstsein, mehr Arbeit an sich selbst und eine intensivere Selbst­entfaltung.

Sie sagte, dass Heiler, um Nervenleiden behandeln zu können, sich selbst mehr ver­feinern müssen, weniger Energie verbrauchen dürfen, feinspüriger werden müssen für die ureigenen Energierhythmen des Klienten und diese stärken. Ein höherer Grad an Genauigkeit ist vonnöten.  Während bei anderen Arten von Krankhei­ten ein breiteres Spektrum von Frequenzen mindestens etwas förderlich ist, müssen Heiler, die eine Bewusstseinsstörung behandeln, die jeweils richtige Schwingung exakter treffen und nicht von ihr abschweifen.

Es gibt vielerlei unterschiedliche Auslöser und Ausdruckformen von neurologi­schen Bewusstseinsstörungen. Gibt es auch ein Chakra oder eine energetische Dynamik, die ihnen zueigen ist?

Während man sich bei nicht-neurologisch bedingten Krankheiten nur auf einige Chakras beschränken könnte, erfordern neurologisch bedingte Bewusstseinsstörun­gen, dass man alle Chakras anspricht. Sie arbeiten am Gehirn und dem Verlauf der gesamten Wirbelsäule. “Dies ist der endgültige Ort, wo Sie Ihre Zustimmung abge­ben müssen – mit allem Drum und Dran. Sie müssen tatsächlich ganzheitlich sein.”

Einfach ausgedrückt, gibt es einen Frequenzbereich, der für Nervenlei­den besonders gut geeignet ist? Bruyere hat analog dazu geschrieben, dass sich die Zellteilungsrate von Krebszellen verringert, wenn man die Schwin­gung der Körperregion, die von Krebs befallen ist, erhöht.

Die Asiaten und Ägypter der Antike stimmten darin überein, dass die Heilung des Nervensystems der Schwingung des goldenen Lichts bedarf. Ferner benötigt es sich drehende Energie, weil sich “Energie drehend weiterbewegt”.

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass man Rheumatoidarthritis phasenweise behandeln muss. In der ersten Phase sollte man blaue und grüne Frequenzen zuführen, um die Ent­zündung zu mildern, und in der zweiten Phase sollte man rote Frequenzen schicken, um den Wiederaufbau des Gewebes anzuregen. Benötigen Nerven­leiden einen ähnlichen Therapieansatz?

Nein.

Auf Seite 203 [in Wheels of Light] schrieben Sie, dass genetisch bedingte Krankheiten nicht so gut auf Energieheilung ansprechen. Was, wenn über­haupt, gilt gleichermaßen für Erbkrankheiten und nervlich bedingte Bewusst­seinsstörungen?

Nichts. Es sind verschiedene Leiden.

Sind Neuropathien weniger empfänglich für Fernheilbehandlungen als andere Krankheiten?

Sie zieht es vor, Patienten persönlich vor Ort zu behandeln, macht jedoch auch Fernheilungen. Sie denkt, dass bei Nervenleiden Fernheilübertragungen ebenso wirksam wie eine direkte persönliche Behandlung sein können.

Was können Menschen, die unter Bewusstseinsstörungen leiden, tun, um sich selbst zu helfen?

Die meisten Menschen sorgen körperlich gesehen nicht gut für ihr Nervensystem. Bruyere rät, reichlich Eiweiß zu essen – in den Speisen, die man jeweils leicht verdauen kann. Kurz gesagt, Aminosäuren sind wichtig.

Des Weiteren empfiehlt sie, durch Sport oder Tanz die eigene Körperkoordina­tion zu fördern, sich auf die beidseitige Symmetrie zu konzentrieren und generell Muskelstärkungstraining zu machen, weil ein Mensch mit erhöhtem Muskeltonus besser mit seinem Nervensystem kommunizieren kann. Ihr Rat ist, die eigene Re­aktionsschnelligkeit zu steigern. Im Allgemeinen empfiehlt sie, die Tagesverrich­tungen andersrum auszuführen als wir es gewöhnlich tun. Dies erzeugt neue neuro­nale Schnittstellen und Pfade.

Welche Erkenntnisse haben Sie im Falle eines Aufstiegs der Kundalini­kraft gewinnen können?

Wenn die Kundalinikraft aufsteigt, findet eine Vereinigung der oberen drei Chakras mit den unteren drei Chakras statt. Nimmt das Ereignis ein dramatisches Ausmaß an, so werden ihre Mitmenschen ganz anders als zuvor auf Sie reagieren. Da Sie mehr Wirkkraft als je zuvor ausstrahlen, werden sich die Leute zu Ihnen hingezo­gen fühlen.

Es ist unangebracht, über die Heilarbeit mit Menschen, die Schwierigkeiten haben, mit der aufsteigenden Kundalinikraft klarzukommen, verallgemeinernde Aussagen zu machen. Die Betroffenen unterscheiden sich ausnahmslos deutlich voneinander. Häufig bleiben die Menschen aufgrund ihrer Neigung, die Dinge zu intellektualisieren, im dritten Chakra stecken.